Bewerbung als Busfahrer: 6 Anschreiben mit Kommentar
Von Mustafa Tarabya, Gründer von CVBooster · Veröffentlicht · Aktualisiert
7 Min. Lesezeit
Eine Bewerbung als Busfahrer oder Busfahrerin nennt im ersten Absatz Ihren Führerschein, Ihre Qualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und die Schichten, die Sie fahren können, und zeigt danach, dass Sie mit Fahrgästen gut umgehen. Die eine Bedingung: Schreiben Sie Führerscheinklasse und Qualifikation genau so, wie sie auf Ihren Dokumenten stehen, denn ohne beides darf niemand Fahrgäste befördern. Die Fahrerlaubnis-Verordnung und das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz auf gesetze-im-internet.de regeln, was nötig ist. Unten stehen sechs komplette Anschreiben, vom Linienbusfahrer bis zur Quereinsteigerin in der Ausbildung, jeweils mit Kommentar. Geschrieben von Mustafa Tarabya, der für sein eigenes Unternehmen eingestellt, jede Bewerbung selbst gelesen hat und heute die CVBooster-Ratgeber schreibt.
Busfahrer ist der einzige Beruf, in dem man 60 Leute pünktlich ans Ziel bringt und trotzdem von einem Fahrgast gefragt wird, ob man auch wirklich zum Bahnhof fährt. Obwohl es vorn in Leuchtschrift steht. Die Briefe unten zeigen, dass Sie dafür die Ruhe haben.
Beispiel 1: Linienbusfahrer mit Erfahrung

Anschreiben Busfahrer Linienverkehr, 8 Jahre Erfahrung, Führerschein D, Wechsel zu kommunalem Verkehrsbetrieb, 138 Wörter (138 Wörter)
Mehmet Kaya Rheinstraße 33 55116 Mainz 0172 50391846 mehmet.kaya@example.de
Mainz, 7. Oktober 2026
Stadtwerke Verkehr GmbH Personalabteilung Fahrdienst Bahnhofplatz 2 55116 Mainz
Bewerbung als Busfahrer im Linienverkehr
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit acht Jahren fahre ich Linienbus für ein privates Busunternehmen im Auftrag des Verkehrsverbunds. Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ich im Stadtverkehr arbeiten und feste Dienstpläne haben möchte.
Ich habe den Führerschein der Klasse D seit 2018 und die Schlüsselzahl 95 im Führerschein. Meine letzte Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz habe ich im Mai 2025 abgeschlossen.
Ich fahre Gelenkbusse und Elektrobusse, kenne das Ticketsystem des Verbunds und habe in acht Jahren keinen selbst verschuldeten Unfall gehabt. Fahrgästen mit Rollator oder Kinderwagen helfe ich mit der Rampe, auch wenn ich dafür eine Minute verliere.
Ich fahre in allen Schichten, auch am Wochenende.
Mit freundlichen Grüßen
Mehmet Kaya
Worauf die Auswahl achtet
- Führerschein und Qualifikation stehen mit Jahreszahl im zweiten Absatz. Ohne beides darf niemand Fahrgäste befördern, deshalb stehen sie weit oben.
- Der Satz mit der Rampe zeigt Haltung. Er erzählt mehr über den Umgang mit Fahrgästen als das Wort „kundenorientiert“.
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Was das Gesetz für Busfahrer verlangt
Die Fahrerlaubnis-Verordnung § 6 beschreibt die Klasse D als Kraftfahrzeuge, „die zur Beförderung von mehr als acht Personen außer dem Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind“. Dazu kommt die Berufskraftfahrerqualifikation. Das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz nennt zwei Wege. Die Grundqualifikation wird unter anderem erworben durch:
Zitat: „den Abschluss einer Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb oder in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden.“ (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 BKrFQG)
Der kürzere Weg: „Die beschleunigte Grundqualifikation wird erworben durch Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte und das Bestehen einer theoretischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer“ (§ 2 Abs. 2 BKrFQG). Danach gilt für die Weiterbildung: „Jede weitere Weiterbildung ist im Abstand von jeweils fünf Jahren zu absolvieren.“ (§ 5 Abs. 2 BKrFQG). Für Ihr Anschreiben heißt das: Nennen Sie Klasse, Qualifikation und das Datum der letzten Weiterbildung. Mindestalter und Sonderregeln, etwa für kurze Linien, stehen in § 3 des Gesetzes.
Beispiel 2: Quereinsteigerin, die den Führerschein über den Betrieb macht

Anschreiben Quereinsteigerin Busfahrerin mit Ausbildung im Betrieb, 38 Jahre, vorher Pflegehelferin, 118 Wörter (118 Wörter)
Sehr geehrte Frau Lorenz,
in Ihrer Anzeige bieten Sie Quereinsteigern an, den Führerschein der Klasse D und die beschleunigte Grundqualifikation bei Ihnen zu machen. Ich bin 38 Jahre alt, habe seit 20 Jahren den Führerschein der Klasse B und bewerbe mich für dieses Programm.
Zwölf Jahre habe ich als Pflegehelferin im ambulanten Dienst gearbeitet und war jeden Tag mit dem Auto auf Tour, im Winter auch auf Landstraßen und bei Glätte. Mit Menschen, die Hilfe brauchen oder schlecht gelaunt sind, gehe ich ruhig und freundlich um.
Schichtdienst und Wochenenden kenne ich aus der Pflege. Ich möchte weiter mit Menschen arbeiten, aber in einem Beruf mit planbaren Diensten.
Ich freue mich auf ein Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Tanja Berger
Worauf die Auswahl achtet
- Das Programm aus der Anzeige wird genau benannt. So weiß der Betrieb, worauf sich Tanja bewirbt.
- Die Pflege liefert zwei Belege. Fahren bei jedem Wetter und Umgang mit Menschen. Mehr Briefe für den Wechsel stehen unter Bewerbung als Quereinsteiger.
Beispiel 3: Reisebusfahrer

Anschreiben Reisebusfahrer, 15 Jahre Erfahrung, Englisch, Mehrtagesfahrten, Reiseunternehmen, 114 Wörter (114 Wörter)
Sehr geehrter Herr Fischer,
seit 15 Jahren fahre ich Bus, die letzten sieben Jahre Reisebus für Mehrtagesfahrten nach Italien, Österreich und Kroatien. Ich bewerbe mich auf Ihre Stelle als Reisebusfahrer, weil ich bei einem Unternehmen mit eigenen Studienreisen fahren möchte.
Ich kenne die Lenk- und Ruhezeiten, plane Pausen mit der Reiseleitung und lese den digitalen Tachografen selbst aus. Mit Gruppen spreche ich Englisch, Italienisch verstehe ich gut genug für Hotel und Tankstelle.
Am meisten freut es mich, wenn eine Gruppe am letzten Tag nicht nur den Reiseleiter lobt, sondern auch den Fahrer.
Meine letzte Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz habe ich im Februar 2024 abgeschlossen.
Ich bin ab März verfügbar.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Krämer
Beispiel 4: Schulbusfahrer in Teilzeit

Anschreiben Schulbusfahrer Teilzeit, Führerschein D1, Frühdienst und Mittag, ländlicher Busbetrieb, 92 Wörter (92 Wörter)
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bewerbe mich auf Ihre Teilzeitstelle als Schulbusfahrer für die Touren am Morgen und am Mittag.
Ich habe den Führerschein der Klasse D1 und die Grundqualifikation. Seit drei Jahren fahre ich für einen Fahrdienst Kleinbusse mit Kindern zu einer Förderschule. Dabei habe ich gelernt, dass Ruhe im Bus mit dem Fahrer anfängt.
Ich wohne in Neustadt und kenne die Strecke über die Dörfer, auch bei Schnee.
Zwischen den Touren habe ich Zeit, und in den Ferien kann ich auf Wunsch Sonderfahrten übernehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Herrmann
Worauf die Auswahl achtet
- Die Klasse D1 wird genannt, weil sie zur Stelle passt. Wer nur D1 hat, bewirbt sich passend auf Kleinbusse.
Beispiel 5: Wiedereinstieg nach einer Pause

Anschreiben Busfahrerin Wiedereinstieg nach 4 Jahren, Weiterbildung nachgeholt, Stadtverkehr, 84 Wörter (84 Wörter)
Sehr geehrter Herr Wolf,
nach vier Jahren Familienzeit möchte ich wieder Bus fahren und bewerbe mich auf Ihre Stelle im Stadtverkehr.
Vor der Pause bin ich sechs Jahre Linienbus gefahren. Weil meine Weiterbildung während der Pause abgelaufen war, habe ich sie im Sommer an einer anerkannten Ausbildungsstätte nachgeholt. Der Eintrag im Führerschein ist erneuert.
Ich möchte gern zuerst einige Dienste mit einem erfahrenen Kollegen fahren, um die Linien kennenzulernen.
Ich kann 30 Stunden pro Woche arbeiten, bevorzugt im Frühdienst.
Mit freundlichen Grüßen
Ines Hartmann
Worauf die Auswahl achtet
- Die nachgeholte Weiterbildung beantwortet die wichtigste Frage. Ines darf sofort fahren. Wie die Pause im Lebenslauf aussieht, zeigt Elternzeit im Lebenslauf.
Beispiel 6: Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb

Anschreiben Ausbildung Fachkraft im Fahrbetrieb, Realschüler 17 Jahre, Verkehrsbetrieb, 99 Wörter (99 Wörter)
Sehr geehrte Frau Schneider,
ich bewerbe mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz als Fachkraft im Fahrbetrieb ab August 2027.
Ich fahre jeden Tag mit Ihrer Linie 12 zur Schule und habe mich irgendwann gefragt, wie der Fahrplan entsteht, wer die Busse einteilt und was passiert, wenn einer ausfällt. Am Tag der offenen Tür habe ich mir Ihre Leitstelle angesehen.
Ich besuche die 10. Klasse der Realschule und habe in Mathematik und Deutsch eine 2. Seit zwei Jahren arbeite ich am Wochenende in einer Bäckerei und kassiere dort auch.
Über eine Einladung freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Neumann
Worauf die Auswahl achtet
- Die Ausbildung zählt als Grundqualifikation. § 2 Abs. 1 Nr. 2 BKrFQG nennt die Fachkraft im Fahrbetrieb ausdrücklich. Weitere Muster stehen unter Bewerbung Ausbildung Muster.
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Was den Unterschied macht
Die Bundesagentur für Arbeit rät im Ratgeber zum Anschreiben: „Signalisiere zum Schluss deine Bereitschaft zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch (auf Wunsch auch online) und bitte um eine Rückmeldung.“ Für Busfahrer kann das auch eine Probefahrt sein. Davor stehen Führerschein, Qualifikation, Schichten und ein Satz, der zeigt, wie Sie mit Fahrgästen umgehen.
Wenn Ihr Wunscharbeitgeber ein kommunaler Verkehrsbetrieb ist: Wie eine Bewerbung dort aussieht, zeigt Bewerbung im öffentlichen Dienst, und was eine Entgeltgruppe bedeutet, steht unter TVöD Entgeltgruppe in der Bewerbung.
Häufige Fragen
Was schreibe ich in eine Bewerbung als Busfahrer?
Im ersten Absatz die Stelle und Ihren Hintergrund. Danach Führerscheinklasse, Grundqualifikation oder beschleunigte Grundqualifikation und das Datum der letzten Weiterbildung. Dazu, welche Busse und Linien Sie kennen und welche Schichten Sie fahren. Zum Schluss ein Satz zum Umgang mit Fahrgästen und die Bitte um ein Gespräch oder eine Probefahrt.
Welchen Führerschein brauche ich als Busfahrer?
Für große Busse die Klasse D. Die Fahrerlaubnis-Verordnung beschreibt sie als Fahrzeuge, die zur Beförderung von mehr als acht Personen außer dem Fahrer ausgelegt sind. Für Kleinbusse reicht je nach Größe die Klasse D1. Zusätzlich brauchen Sie eine Qualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz.
Wie oft muss ein Busfahrer zur Weiterbildung?
Nach § 5 BKrFQG ist die erste Weiterbildung fünf Jahre nach der Grundqualifikation abzuschließen, jede weitere im Abstand von jeweils fünf Jahren. Sie erfolgt durch Unterricht an einer anerkannten Ausbildungsstätte. Nennen Sie im Anschreiben das Datum der letzten Weiterbildung, damit der Betrieb sieht, wie lange sie noch gilt.
Kann ich mich ohne Busführerschein als Busfahrer bewerben?
Ja, wenn der Betrieb den Führerschein und die Qualifikation für Quereinsteiger anbietet. Das steht dann in der Anzeige. Schreiben Sie, welchen Führerschein Sie schon haben, wie viel Sie fahren und warum Sie den Beruf wechseln möchten. Erfahrung im Umgang mit Menschen ist dabei ein gutes Argument.
Was ist die beschleunigte Grundqualifikation?
Der kürzere Weg zur Berufskraftfahrerqualifikation. Nach § 2 Abs. 2 BKrFQG wird sie durch Unterricht an einer anerkannten Ausbildungsstätte und eine theoretische Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer erworben. Wer sie hat, schreibt sie mit Datum in den Lebenslauf und nennt sie im Anschreiben neben der Führerscheinklasse.
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